Nehmt einander an
Released Juni 2014
Format mp3
Type
Genre German Pop
Edition date Juni 2014
Country Deutschland
Tags

Review

Ob auf politischer Ebene wie in Syrien oder in der Ukraine, auf gesellschaftlicher Ebene wie z.B. bei den Debatten um die sexuelle Vielfalt oder auch auf religiös-weltanschaulicher Ebene im Zusammenhang mit fundamentalistischen Strömungen in allen Religionen und auch in atheistischen Weltanschauungen: Toleranz scheint das große Reizthema des 21. Jahrhunderts zu sein. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass dieses Thema wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst ist. Es scheint zum Menschsein dazuzugehören, immer wieder um Toleranz und Annahme von Andersartigkeiten ringen zu müssen, um unnötiges Leid unter Menschen zu vermeiden.

„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ – der Vers Nr. 7 aus dem 15. Kapitel des Römerbriefes wählte die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) als Jahreslosung für das Jahr 2015. Bei der Frage nach Toleranz wird mit diesem Zitat ein christlicher Maßstab gesetzt. Wo immer es um Konflikte und unterschiedliche Ansichten zu einem Thema geht, sollten sich Christen fragen, was Jesus getan hätte. Was hätte Jesus getan bei Verhandlungsstrategien, die verhärtete Fronten herauf beschwören? Hätte er homosexuell orientierte Menschen nur toleriert oder hätte er sie nicht vielmehr als gleichwertige Geschöpfe Gottes angenommen? Ist es vorstellbar, dass er nur Gleichgesinnte zu einer Abendmahlsgemeinschaft zugelassen hätte? – Immerhin war er bei seinem letzten Abendmahl auch mit dem Verräter Judas und dem Verleugner Petrus zusammen und auf letzteren als Gründer beruft sich interessanterweise auch die römisch-katholische Kirche.

Nicht nur die Toleranz, sondern auch die Annahme von Andersartigkeiten ist ein Grundprinzip, ohne das sich jede christliche Tradition selbst ad Absurdum führen würde. Doch auch für Menschen anderer Glaubensrichtungen scheint mir das eine allgemeingültige Richtlinie zu sein. Egal welche Religion oder welche Weltanschauung man hat – jeder, der nicht völlig borniert durch die Welt geht, wird mir wohl zustimmen, dass jeder Mensch der gleichen irdischen Lebensform angehört und dass es von Natur aus keine höher- und minderwertigere Menschen gibt, wohl aber Individuen mit unterschiedlichen Ideen, Visionen und Vorstellungen vom Leben. Wollen wir dieser doppelten Wahrheit lebensphilosophisch gerecht werden, dann sind wir wieder an dem Punkt, wo wir erkennen müssen, dass das Ringen um Toleranz und Annahme von Andersartigkeiten  ein wesentlicher Aspekt des Menschseins ist. Diesem Aspekt sind die Musikstücke dieses Albums gewidmet. Die Texte beleuchten diesen Aspekt aus unterschiedlichen Perspektiven und die Musik soll einladen zum Nachdenken und zur Meditation über das Thema Toleranz.

Jürgen Köster, Juni 2014

 

Nehmt einander an Musik zur Jahreslosung 2015

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